Programm

Freitag

16:00 Anmeldung
17:00 Begrüßung
17:10  Neumitgliedertreffen
18:00 KeyNote von Natascha Strobl
19:00 Abendessen
20:00 Talk mit Julia und Ute

Samstag

10:00 Workshopphase 1 (siehe unten)
11:45  Workshopphase 2 (siehe unten)
13:30 Mittagessen
15:00 Vernetzungstreffen
16:00 Eröffnung + Formalia
16:30 Aktuelle Stunde & Landtagswahlen
17:30 Arbeit
18:30 Abendessen
20:00 Kampagnenpräsentation
21:00 Party

Sonntag

10:00 Anfang
11:30 Ab auf die Straße

Workshop-Programm

Für die Workshops ist kein Vorwissen notwendig, da Begriffe in den Workshops geklärt werden. Es ist aber natürlich auch nicht schlecht, bereits Vorwissen zu haben. Die Workshops sind so konzipiert, dass alle etwas mitnehmen können.

 

Workshop 1 – Ideologie der Arbeit – Maxi Schulz

Von Tik Tok bis zur Start Up-Gang – Zur Ideologie der Arbeit

 

„Die Arbeiterbewegung hat sich nicht im 19. Jahrhundert auf Demonstrationen niederschießen lassen, damit du heute 80 Stunden die Woche in deinem Startup ohne Betriebsrat knechtest und das auch noch geil findest, weil du deinen Chef beim Tischtennisspielen duzen darfst“ – @marteimer auf Twitter

Mark Fisher warnte bereits 2008: Der Klassenkonflikt findet längst nicht mehr nur auf der Straße statt. Arbeit ist im Spätkapitalismus auch ein Kampf um die Köpfe und in den Köpfen. Wir erleben das jeden Tag: Über Instagram und TikTok werden neoliberale Erzählungen verbreitet, Elon Musk und Jeff Bezos wie Superstars verehrt und Carsten Maschmeyer bringt sein Kinderbuch „Die Start-up Gang“ raus. Zu viele reden von Chancen und Aufstieg, kaum jemand von Ausbeutung und Herrschaft. Eine der Folgen: ca. 23% Erstwähler:innen für die FDP.

Im Workshop fragen wir uns gemeinsam mit Maximilian Schulz: Welche Rolle nimmt Arbeit in unserer Gesellschaft ein? Wieso überhaupt Ideologie? Was gilt eigentlich als Arbeit? Und zum Abschluss wagen wir einen konkreten Ausblick: Wie sähe ein Verein freier Menschen aus? Wie funktioniert Arbeit dann? Und was müssen wir dafür tun?
Maximilian promoviert derzeit an der Carl-von-Ossietzky Universität zum Begriff der befreiten Gesellschaft bei Marx. Bis November 2021 war er im Bundesvorstand der Linksjugend [’solid].

 

Workshop 2 – Arbeit und Rassismus am Beispiel von Wanderarbeiter:innen – Piotr Mazurek

 

Bekannt und doch übersehen! – Rassismus und Arbeit

Nicht erst seit der Corona-Pandemie wissen wir um die prekären Arbeitsbedingungen bei Fleischverarbeitenden Betrieben und die Behandlung von Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Auch in anderen Bereichen des Lebensmittelsektors oder zum Beispiel in der Pflege sind günstige Produkte und Dienstleistungen gefordert. Auf der anderen Seite werden die dadurch geschaffenen prekären Arbeitsverhältnisse bewusst übersehen. Rassismus ist in der Arbeitswelt verankert.

Aber wie? Gemeinsam mit Piotr Mazurek von der Beratungsstelle Faire Mobilität vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gehen wir im Workshop auf die Suche nach einer Antwort darauf und stellen und noch diese Fragen:Wieso ist das deutsche Kapital auf Arbeiter:innen anderer Länder angewiesen? Welche Auswirkungen hat das? Was sind Möglichkeiten, dagegen zu kämpfen? Und was können wir als GJN zum Kampf beitragen?

 

Workshop 3 – Klassenkampf von oben mit Marie

Alles gute kommt von oben? – Zum Klassenkampf von oben

Die großen Erfolge der Arbeiter:innenbewegung liegen um einiges zurück. Der Neoliberalismus hat trotz dauernder Krisen gesiegt. Und mit ihm vor allem dreierlei: Privatisierung, Finanzialisierung und Vereinzelung. Dadurch wird neben der ungleichen Verteilung von Reichtum auch die Organisierung der Arbeiter:innen angegriffen. Denn wer kein Geld und keine Zeit hat, weil Arbeitsrechte zum Wohle der Unternehmen zurückgefahren werden, kann sich nicht organisieren. Aber damit nicht genug. Auch andere gesellschaftliche Strukturen wirken sich auf die Arbeiter:innenschaft aus, wie Rassismus, Frauenhass oder Nationalismus. Aber auch Antworten auf diese Ideologien können vom Neoliberalismus, der ebenso wandlungsfähig wie der Kapitalismus ist, vereinnahmt werden. All das ist Klassenkampf. Nur eben von oben und nicht von unten.

Wie nützen Krisen diesem Klassenkampf? Wie wirken Krisen und Neoliberalismus aufeinander? Was ist überhaupt Klassenkampf von oben? Wie hängen progressive Tendenzen damit zusammen? Und was sollten wir gegen diesen Klassenkampf von oben tun? Diesen Fragen gehen wir mit Marie, der ver.di-Jugendsekretärin Hannover-Heide-Weser, nach.

 

Workshop 4 – Ökologische Transformation – Regina Gehlisch

Krisen bewältigen! – Was die sozial-ökologische Transformation braucht

Das 1,5-Grad-Ziel, die Abhängigkeit von autoritären Energiezuliefer:innen und die soziale Ungerechtigkeit stellen uns vor die Herausforderung, endlich den sozialen und ökologischen Umbau der Gesellschaft voranzutreiben. Von Fridays for Future bis Ende Gelände, von der GJ bis zur Interventionistischen Linken und dem Ums Ganze-Bündnis sind sich alle einig: System Change not Climate Change. Und wie schaut‘s bei den Gewerkschaften aus? Denn ohne sie ist ein Wandel, der die Arbeiter:innen mitnimmt, kaum denkbar.

Zusammen mit Regina Gehlisch von der ver.di-Jugend versuchen wir, die Rolle von Gewerkschaften zu klären und fragen uns: Wie lassen sich Klimagerechtigkeit und Arbeitskampf miteinander verbinden? Warum überhaupt Gewerkschaften? Und wo kommen wir als GJN ins Spiel?

 

Workshop 5 – Menschenwürde, Maßnahmen & Realpolitik mit Svenja und Konsti

Garantiert krisenfreier Wandel? – Fragen rund um Krise, Wandel und Arbeit

 

Klimakrise, Artensterben, die wachsende soziale Ungleichheit: wir leben in krisenhaften Zeiten und es braucht dringend einen radikalen Wandel. Oft ist hier von der sozial-ökologischen Transformation die Rede. Eine der größten aber oft von wirtschaftsliberaler Seite vereinnahmten Frage ist dabei der Arbeitsmarkt. Arbeitsmärkte reagieren auf Krisen und in schlimmen Fällen werden somit tausende Menschen arbeitslos, verlieren ihr Einkommen und ihre Routinen. Doch das ist kein Schicksal, sondern politisch forciert.

In welchem Verhältnis stehen Arbeitsmarkt und Krisen genau? Vor welche Herausforderungen stellt uns die sozial-ökologische Transformation dabei? Welche Rolle kommt dabei einer Jobgarantie zu und welche weiteren Ideen gibt es, um im Wandel für gute Arbeit zu sorgen?

Diesen Fragen stellen wir uns zusammen mit Svenja Appuhn und Konstantin Mallach. Svenja war bis Oktober 2021 Sprecherin der GJN, ist Sprecherin der LAG Mobilität und Verkehr und Kommunalpolitikerin. Konstantin war politischer Geschäftsführer der GJN und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro von Karo Otte, unserer GJN-Bundestagsabgeordneten.

 

Workshop 6 – Arbeit, Pflege und Gesundheit – Pauline Kracht

Gesundheit als Ware – über Arbeit, die krank macht und was wir dagegen tun können

Gesundheit wird immer wieder als das wichtigste Gut, dass ein Mensch haben kann bezeichnet. Gleichzeitig nehmen die Ausfalltage im Beruf in den letzten Jahren immer wieder deutlich zu insbesondere in Care-Berufen wie der Pflege oder dem Erziehungsbereich. Wie hängen Gesundheit und Arbeit miteinander zusammen und wie wird Gesundheit zu Ware? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Workshop.

Neben einem Einstieg in die Fragen diskutieren wir gemeinsam mit Pauline Kracht von der ver.di.-Jugend außerdem Handlungsmöglichkeiten um ein gutes Leben für alle trotz Arbeit sicherzustellen. Vorwissen ist nicht nötig, Freude an Austausch und Diskussionen dafür umso lieber gesehen.

Workshop 7 – Grundlagen-Workshop Arbeit mit Anastasia Sander

Gebor’n um zu Arbeiten – LMV Vorprogramm

Du sitzt mit Freund:innen im Café, die Kellnerin serviert, während nebenan die Nachbarin ihre Eltern und Kinder pflegt. Zuhause und bei Familienfeiern wirst du ständig gefragt: „Was willst du werden, wenn du groß bist?“ Arbeit ist überall: Egal, wo wir sind, das ganze Leben dreht sich um die Arbeit – immer.

Trotz Vollzeitjob und etlicher Überstunden haben viele Angst, die Miete nicht zahlen zu können. Lohnt es sich da überhaupt so viel zu arbeiten? Warum kriegt ein Manager das Hundertfache anderer Arbeiter:innen, aber eine Mutter nichts fürs Kinderbetreuen?

Gemeinsam mit Anastasia Sander aus dem Bildungsteam der GJN fragen wir uns: Warum ist das alles so? Warum ist die Arbeit so in den Mittelpunkt unseres Lebens gerückt? Was muss sich ändern? Und wie können wir diese Veränderungen erreichen?